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  • „Die Audio-Nutzung ist heute zunehmende digital“

    Dr. Eva Flecken, Vorsitzende der Direktorenkonferenz der Landesmedienanstalten (DLM)

    Die Audio-Nutzung heute ist zunehmend digital. Diese Entwicklung ist unumkehrbar. Unsere Aufgabe liegt jetzt in der Schaffung fairer Wettbewerbsbedingungen, gemeinsam mit den Marktteilnehmer:innen. Besondere Aufmerksamkeit widmen wir daher aktuell der Auffindbarkeit von Audio-Angeboten auf Plattformen wie den sogenannten ‚In Car Entertainment-Systemen‘ oder dem disruptiven Wirken von Technologien wie KI.

    Ruth Meyer, Direktorin der Landesmedienanstalt Saarland (LMS):

    Mit der fortlaufenden Erhebung der Daten zur digitalen Nutzung von DAB+ und Webradio bieten die Medienanstalten eine verlässliche Datengrundlage für alle Akteure im Bereich Audio. Die Anbieter erhalten somit eine gesicherte und evidenzbasierte Grundlage für die Digitalisierung ihrer Übertragungswege. Die Medienanstalten begleiten diese Entwicklung aktiv.

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  • Audio Trends 2025: Ergebnisse der Sonderauswertung der ma 2025 Audio II
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  • Audio Trends 2025: Ergebnisse der Sonderauswertung der ma 2025 Audio II

    51 Mio. Personen nutzen digitale Radioprogramme – das sind ¾ aller Radiohörenden. Damit ist der Wert gegenüber dem Vorjahr leicht gestiegen (2024: 49 Mio.). Mehr als 65 Millionen Personen in Deutschland nutzen lineares Radio, egal ob am Radiogerät oder online. Drei von vier von ihnen nutzen (auch) digitales Radio über das Internet oder über DAB+. Die Netto-Digitalisierungsquote liegt damit bei 78 Prozent.

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    Mehr als 23 Millionen Personen nutzen innerhalb von vier Wochen DAB+. Dies entspricht einem weitesten Hörerkreis von 36 Prozent – ein Zuwachs von fünf Prozentpunkten gegenüber dem Vorjahr. Täglich hören gut 13 Millionen Personen Radio über DAB+. Die Verweildauer liegt bei durchschnittlich 156 Minuten pro Tag.

    Knapp 17 Millionen Personen nutzen innerhalb von vier Wochen digitalen Radioempfang über Webradio – unabhängig davon, ob sie lineare Radioprogramme über Smartphone, Internetradio oder ein anderes verbundenes Gerät hören. Dies entspricht einem weitesten Hörerkreis von 26 Prozent, einem Zuwachs von drei Prozentpunkten gegenüber dem Vorjahr. Täglich nutzen knapp 6 Millionen Personen Webradio, das sind acht Prozent des weitesten Hörerkreises. Die durchschnittliche Verweildauer liegt bei 114 Minuten pro Tag.

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    Der Nutzungsanteil von Digitalradio ist um vier Prozentpunkte auf 22 Prozent gestiegen. Dabei ist DAB+ die treibend Kraft: Der Zuwachs bei der Tagesreichweite treibt den Nutzungsanteil nach oben.

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    Digitalradio wird insbesondere von den mittleren Altersgruppen stark genutzt. Via Webradio wird in den meisten Altersklassen gut ein Viertel der Radiohörenden erreicht. Lediglich die über 60-Jährigen und die über 70-jährigen liegen etwas unter dem Durchschnitt. DAB+ erzielt in der Spitze bis zu 44 Prozent Reichweite im WHK bei den 40- bis 49-Jährigen und liegt auch sonst deutlich über der Webradionutzung. Auch hier liegen die über 60-Jährigen und die über 70-jährigen liegen etwas unter dem Durchschnitt.

    Der Blick auf die Netto-Digitalradionutzung zeigt sich ein ähnliches Bild: jüngere und mittlere Altersgruppen liegen deutlich über dem Durchschnitt, die Altersgruppen ab 60 unter dem Durchschnitt.

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    DAB+ erfreut sich insbesondere in Bayern, dem Saarland, Schleswig-Holstein und in den mitteldeutschen Ländern Thüringen, Sachsen und Sachsen-Anhalt besonders großer Beliebtheit. Ein Drittel oder mehr der Personen im jeweiligen Bundesland haben DAB+ in den letzten vier Wochen genutzt. Etwa jeder Fünfte hört täglich Digitalradio über DAB+.

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    Über die ma Audio

    Die Medienanstalten haben für die „Audio Trends 2025“ eine Sonderauswertung der ma 2025 Audio II beauftragt. Die von der Arbeitsgemeinschaft Media-Analyse e. V. (agma) durchgeführte Audio-Reichweitenstudie ist die zentrale und von allen Marktteilnehmenden anerkannte „Währung“ für den Audiomarkt in Deutschland. Die ma Audio beruht methodisch auf drei verschiedenen Erhebungen: der ma Radio, der ma IP Audio sowie dem Audiotagebuch zur Erhebung der Empfangswege. Die Daten der einzelnen Erhebungen werden anschließend miteinander fusioniert und im Rahmen der ma Audio ausgegeben.

    Weitere Details zur Datenerhebung finden sich auf der Website der agma.


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    Von Radio-Digitalisierung bis Künstliche Intelligenz: die „Audio Trends“ analysieren aktuelle und zukünftige Entwicklungen im Hörfunk, unterstützen so den Wandel der Hörfunkbranche und entwickeln eine moderne Medienregulierung, die diese Veränderungen begleitet.

    Über die Studie

    Radio-Digitalisierung und veränderte Hörgewohnheiten bringen neue Herausforderungen für die Vielfalt im Audio-Bereich mit sich. Mit den ›Audio Trends‹ (bis 2021 „Digitalisierungsbericht Audio“) untersuchen die Medienanstalten seit 2013 jährlich aktuelle und zukünftige Entwicklungen im Hörfunk, unterstützen so den Wandel der Hörfunkbranche und entwickeln eine moderne Medienregulierung, die diese Veränderungen begleitet. In diesem Jahr basieren die Ergebnisse der Audio Trends zum wiederholten Mal auf einer Sonderauswertung der ma Audio, der allgemein im Markt anerkannten Reichweitendaten der agma. Damit können die im Vorjahr erkennbaren Trends fortgeschrieben werden.

    Audio Trends

    Von Radio-Digitalisierung bis Künstliche Intelligenz: die „Audio Trends“ analysieren aktuelle und zukünftige Entwicklungen im Hörfunk, unterstützen so den Wandel der Hörfunkbranche und entwickeln eine moderne Medienregulierung, die diese Veränderungen begleitet.

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  • DLM-Vorsitzende Flecken: Hörfunksektor im Umbruch
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  • Hörfunksektor im Umbruch: DLM-Vorsitzende Dr. Eva Flecken über die Audio Trends 2024

    Dr. Eva Flecken, Vorsitzende der Direktorenkonferenz der Landesmedienanstalten (DLM) über die Audio Trends 2024

    Der Hörfunksektor befindet sich im Umbruch, die Zukunft des Radios ist digital. Mit den ‚Audio Trends‘ werfen die Medienanstalten jährlich einen Blick auf aktuelle und zukünftige Entwicklungen in diesem Bereich, geleitet von der Frage: Wie steht es um die Radio-Digitalisierung? Klar ist: Sie verändert Hörgewohnheiten und bringt neue Herausforderungen für die Vielfalt im Audio-Bereich mit sich. Medienregulierung und -politik müssen darauf Antworten finden. Mit den ‚Audio Trends‘ unterstützen die Medienanstalten diesen Wandel aktiv und entwickeln eine moderne Medienregulierung, die diese Veränderungen begleitet.

    2024 beherrscht das Thema Künstliche Intelligenz die Hörfunklandschaft wie kein anderes. In den vergangenen Jahren noch zaghaft angekündigt, ist sie heute fester Bestandteil der Programmplanung einzelner Sender. Erste vollautomatisierte, KI-gesteuerte und -moderierte Radiosender konkurrieren mit herkömmlichen Programmen um die Aufmerksamkeit des Publikums. Textbeiträge werden durch KI in Audiobeiträge und Podcasts umgewandelt. Doch wo liegen die Grenzen dieser Anwendungen? Diese Frage steht im Mittelpunkt des diesjährigen ‚Trend Radar‘.

    Erstmalig präsentieren wir eine Sonderauswertung zur Nutzung digitaler Radioprogramme, basierend auf den Reichweitendaten der agma. Die Medienanstalten ermöglichen so die Analyse von Hörgewohnheiten und Verbreitungswegen sowie deren zukünftige Entwicklung. Und sie stellen der Hörfunkbranche und der Medienpolitik eine verlässliche Datenbasis für wichtige Entscheidungen zur Verfügung.

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  • Audio Trends 2024

    Von Radio-Digitalisierung bis Künstliche Intelligenz: die „Audio Trends“ analysieren aktuelle und zukünftige Entwicklungen im Hörfunk, unterstützen so den Wandel der Hörfunkbranche und entwickeln eine moderne Medienregulierung, die diese Veränderungen begleitet.

    Über die Studie

    Radio-Digitalisierung und veränderte Hörgewohnheiten bringen neue Herausforderungen für die Vielfalt im Audio-Bereich mit sich. Mit den ›Audio Trends‹ (bis 2021 „Digitalisierungsbericht Audio“) untersuchen die Medienanstalten seit 2013 jährlich aktuelle und zukünftige Entwicklungen im Hörfunk, unterstützen so den Wandel der Hörfunkbranche und entwickeln eine moderne Medienregulierung, die diese Veränderungen begleitet. 2024 wurden die Daten zur Nutzung digitaler Radioprogramme erstmalig als Sonderauswertung der allgemein im Markt anerkannten Reichweitendaten der agma bezogen.

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  • Showcase: KI-generierter Podcast von Radio Arabella
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  • Showcase: KI-generierter Podcast von Radio Arabella

    Der Arabella Musik-Podcast von Radio Arabella wird mit Unterstützung von KI und mit künstlich generierten Stimmen produziert. Jede Folge widmet sich einem Jahr und analysiert die Hits und Alben aus den jeweiligen Charts ergänzt um Wissenswertes über Bands und Musiker, Informationen zum politisch-gesellschaftlichen Zeitgeist sowie eingeschnittene Zeitzeugeninterviews.

    Hörbeispiel:

    Radio Arabella Musik-Podcast „1984“, mithilfe von Künstlicher Intelligenz generiert

    Alexander Hochenburger, Leitung Audio-Produktion Radio Arabella Studiobetriebsges. mbH

    „Der „Arabella Musik-Podcast“ verbindet Musik, eine der Kernkompetenzen von Radio Arabella, mit neuester Technologie. Mit Unterstützung von modernster KI werden spannende und unterhaltsame Texte erstellt und mit KI-generierten oder KI-geklonten Stimmen produziert. In einer fortlaufenden Serie werden einzelne Jahre der Musikgeschichte und aktuelle Musikthemen präsentiert. Die Skripte und virtuellen Stimmen zum „Arabella Musikpodcast“ werden mit der Plattform ‚wondercraft.ai‘ erstellt.“

    Hier gibt es mehr Infos zum Podcast: https://www.radioarabella.de/mediathek/podcast/arabella-musik-podcast/

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  • Showcase vocca: KI generiert ein personalisiertes Radioprogramm
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  • Showcase vocca: KI generiert ein personalisiertes Radioprogramm

    Vocca-App: Eine Chance für lokalen Qualitätsjournalismus

    Eine ungewöhnliche Allianz öffentlich-rechtlicher und privater Medienhäuser geht neue Wege: Die WDR mediagroup hat gemeinsam mit ams Radio-und MediaSolutions sowie dem Technologiestartup 1PTA eine audiobasierte, offene Plattform für Qualitätsjournalismus entwickelt. Im Rahmen des Projekts „Voyager“, gefördert von der Landesanstalt für Medien NRW (LfM) und der Verwertungsgesellschaft Rundfunk (VGR), entstand der Prototyp „vocca“.

    In der kostenlosen App konnten sich User ihr persönliches Audio-Programm aus dem lokalen und regionalen Nachrichtenangebot von über 40 Medienhäusern zusammenstellen. Mehr als 40 Radiosender aus NRW, darunter auch der WDR, sowie Medien wie die Neue Westfälische, das Mindener Tageblatt, die Lippische Landeszeitung, die Glocke oder der Veranstaltungsdienst RUMS aus Münster haben „vocca“ mit aktuellen Nachrichten und Hinweisen versorgt.

    Mischung aus Information und Unterhaltung

    Für nationale und internationale News sorgten weitere Content-Partner wie das Redaktionsnetzwerk Deutschland (RND), der Sport-Informationsdienst (SID) oder Euranet plus.

    Neben der tagesaktuellen Berichterstattung sollte die ‚vocca‘-App unterhalten und überraschen. So fanden sich auch hochwertige Audio-Produktionen der ARD Kultur im Portfolio, beispielsweise das WDR Zeitzeichen, Buchtipps oder Hörspiele. Wer neue Podcast-Inhalte für sich entdecken wollte, fand zudem Inspiration in den Hörtipps.

    „‚vocca‘ war die erste schnell verfügbare und kompakte Version einer Audio-App, die Inhalte aus öffentlich-rechtlichen und privaten Medienhäusern kombiniert und nach User-Interesse ausspielt“, erläutert Tobias Lammert, Geschäftsbereichsleiter Marketing & Vertrieb der WDR mediagroup.

    Neue Zielgruppen erschließen

    Der Aufbau der App hat die User dazu eingeladen, ihre User Journey auf den originären Plattformen der Inhalteanbieter fortzuführen und tiefer in deren Inhaltekosmos einzutauchen. Hierin bestand einer der größten Anreize für Content-Partner, sich dem Projekt anzuschließen. Gleichzeitig konnten sie Reichweite und Markenbekanntheit steigern und somit neue Zielgruppen erschließen.

    Das Aufzeigen der potenziellen Symbiose-Effekte derartiger Plattformen begleitet die LfM NRW auch aus wissenschaftlicher Sicht, wie zuletzt mit der Studie „Coopetition is King“ im Februar 2023.

    Simone Jost-Westendorf, Leiterin Journalismus und Innovation, Landesanstalt für Medien NRW
    Simone Jost-Westendorf, LFM NRW

    Die Landesanstalt für Medien NRW und ihr Journalismus Lab haben das vocca-Experiment gerne unterstützt. Wir wünschen uns mehr Mut von Medienunternehmen für solche Kooperationen. Sie sind ein sicherer Weg, Medienvielfalt zu schützen und unsere beste Antwort auf Desinformation.

    „Mit der im Herbst 2023 durchgeführten Beta-II-Phase von ‚vocca‘ sollen nun die Thesen und Forschungsergebnisse zu dieser Thematik in die Praxis überführt, beziehungsweise überprüft werden“, sagt Tobias Lammert.

    Ziel sei es, mit ‚vocca‘ zu zeigen, dass es möglich sei, eine Plattform für journalistische Qualitätsinhalte aufbauen und betreiben zu können. „Eine App, die von einer relevanten Anzahl an Usern mehrmals wöchentlich aufgerufen wird. Denn am Ende wollen wir die Chance nutzen, lokalem, regionalem und nationalen Qualitätsjournalismus die Bühne zu bereiten, die er verdient!“

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  • KI-Einsatz in der Audiobranche: Grenzen und Verantwortung
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  • Human in the Loop – Wo liegen die Grenzen des KI-Einsatzes in der Audiobranche, und wer trägt die Verantwortung?

    Die Audiobranche ist spürbar im Wandel. Hierzu trägt auch Künstliche Intelligenz (KI) bei, die als Schlüsseltechnologie der Zukunft sowohl erhebliches Potenzial als auch evidente Herausforderungen birgt. Dies gilt für die Veranstalter und Medienschaffenden genauso wie für die Medienvielfalt und öffentliche Meinungsbildung. Wir haben einen Vertreter der Audiobranche und eine Vertreterin der Medienregulierung gefragt:  Wo liegen in Ihren Augen die Grenzen des KI-Einsatzes in der Audiobranche, und wer trägt die Verantwortung?

    Ruth Meyer, Direktorin der Landesmedienanstalt Saarland (LMS):

    „Das Human-in-the-Loop-Prinzip ist seit jeher fester Bestandteil des Machine Learnings, sei es im Zuge der Annotation von Daten oder des Reinforcement-Learnings. Gerade beim Einsatz von KI im sensiblen Bereich der öffentlichen Meinungsbildung ist die Implementierung der menschlichen Letztverantwortung ebenso unverzichtbar. Um dem hohen, teilweise über Jahrzehnte gewachsenen Vertrauen von Nutzerinnen und Nutzern in Audio-Inhalte gerecht zu werden, müssen menschliche Kontrollen und Abnahmen in den Produktions- und Verbreitungsprozess integriert werden. Anbieter müssen journalistische Sorgfaltspflichten und Programmgrundsätze einhalten, welche unabhängig von der eingesetzten Technologie gelten und von den Medienanstalten im Rahmen ihres gesetzlichen Auftrags überprüft werden.

    Daher hat die DLM in ihrem Positionspapier „KI und Medien – Vielfalt stärken, Verantwortung regeln, Vertrauen wahren“ festgelegt:

    Der Gedanke der besonderen Verantwortung journalistisch-redaktioneller Medienangebote ist auf den Einsatz von KI zu übertragen. (Audio-)Medienschaffende müssen deshalb beim Einsatz von KI besondere Prüfpflichten und Anforderungen erfüllen, insbesondere um Manipulationen auszuschließen.

    Die Auswahl, Zusammenstellung und Verbreitung KI-gestützter audiovisueller Angebote stellt eine redaktionelle Leistung dar, weshalb auch medienrechtlich für den Inhalt Verantwortung übernommen werden kann und muss.

    Der Einsatz von KI ändert nichts an der grundsätzlichen Verantwortung für den Inhalt des Anbieters bzw. der Anbieterin. Für automatisierte und (rein) KI-generierte bzw. -manipulierte Inhalte besteht eine uneingeschränkte Haftung wie bei sonstigen redaktionellen, menschenverantworteten Veröffentlichungen. Die Verantwortung für KI-generierte Inhalte und Prozesse liegt bei den die KI einsetzenden Medienanbietern bzw. Redaktionen. Sie müssen deshalb durch Vorkehrungen sicherstellen, dass sie für die Inhalte weiterhin und in gleichem Umfang die Verantwortung übernehmen können. Das können Kontrollmechanismen vor der Inhalteverbreitung oder Ex-Post-Kontrollen sein. Bei Letzteren sind erhöhte Anforderungen zu stellen, um auszuschließen, dass menschliches Verhalten manipuliert und Menschen geschadet werden könnte.“

    Christian Schalt, Geschäftsleiter Audio Alliance & Geschäftsführer Digital Media Hub – CDO RTL Radio Deutschland:

    „Künstliche Intelligenz kann in vielerlei Hinsicht Audioinhalte und ihre Herstellung verbessern: sie erlaubt oft eine schnellere und einfachere Produktion und ermöglicht eine Individualisierung von Inhalten, die mit rein menschlichen Kapazitäten nicht zu erreichen ist. In einer digitalen Distributionsumgebung mit personalisierungsorientierten Algorithmen kann das für Auffindbarkeit und Nutzung von Inhalten ein entscheidender Vorteil sein. Die Grenze ist dort erreicht, wo KI menschliche Identität und Interaktion vortäuscht, um manipulierend auf Nutzerinnen und Nutzer einzuwirken. Dazu gehören insbesondere Deep Fakes oder Inhalte, die nicht einer redaktionellen Kuration entstammen.

    Auch wenn durch immer besser werdende KI-Technologien ein Missbrauch nicht immer auszuschließen ist, so helfen doch etablierte Medienunternehmen, Künstliche Intelligenz mit Verantwortung einzusetzen: Durch eine vertrauenswürdige Absendermarke, einen reflektierten Umgang mit der Technologie durch interne Regeln und Werte sowie eine Transparenz gegenüber den Nutzerinnen und Nutzern.“

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